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Architektonische und konstruktive Angaben zum Bau

Kirche Hl. Rosenkranzkönigin Merchweiler, Innenansicht

„Schon seit längerer Zeit konnte die alte Pfarrkirche den wachsenden Bedürfnissen nicht mehr genügen. Die Überlegungen nach Abhilfe konzentrierten sich auf zwei Möglichkeiten: Eine Erweiterung der alten Kirche durch Anbau zur Seite des Schwesternhauses hin oder Neubau. Erstere Lösung wurde, nachdem entsprechend vorgelegte Planungen überprüft waren, als unbefriedigend zurückgestellt und ein Neubau beschlossen.

Verschiedene Momente mussten bei der Ausführung gebührende Berücksichtigung finden. Zuerst galt es einmal, einen genügend großen Gottesdienstraum zu schaffen und gleichzeitig die liturgischen Forderungen unserer Zeit an diesen Raum soweit wie möglich zu verwirklichen. Weiterhin sollte die Kirche sich harmonisch in das Ortsbild einfügen, aber auch nach außen hin als Haus Gottes beherrschend in Erscheinung treten. Es musste die Möglichkeit von Grubensenkungen in die Planung mit einbezogen und nicht zuletzt die finanziellen Belastungen berücksichtigt werden.

Die Fluchtlinie und Anlage der Kirche wurde wie früher parallel zur Hauptstraße und Scheitellinie von Merchweiler gewählt. Ein Anblick von der Bergkapelle her genügt, zu erkennen, wie die Kirche so harmonisch und doch wieder beherrschend im Ortsbild steht; eine breite Aufgangstreppe führt zum Portal hin. Durch Anlage eines Doppelportals, die Aufgliederung der breiten Front horizontal und vertikal wird der Kirche ein würdiges und belebendes Angesicht gegeben. Herzstück der Kirche ist der Chorraum und hier der Altar. Auf das Chor hin konzentriert sich der weite Raum. Ohne Behinderung durch Pfeiler oder Stützen wird der Blick dorthin gezogen. Die große Gemeinde der Gläubigen wird dadurch in eine liturgische Gemeinschaft zusammengeordnet hin auf den Altar, die Opferstätte, den Mittelpunkt der Kirche und der Opferfeier. Die klaren Linien der Wände und der Decke sowie die Anlage der Fenster verstärken diesen Zug zum Altar hin.

Die Kirche soll dem einzelnen Menschen und der Gemeinde Ruhe und Geborgenheit, Licht und Freude inmitten der Hetze unserer Tage schenken. Hier soll der Besucher die seelische Heimat im Hause unseres Herrn finden. Die klaren, hellen und ruhigen Farben der Fenster und die dazu harmonisch gewählten Bänke und der Boden sollen diesen Eindruck verstärken. Moderne unauffällige Leuchten runden dieses Empfinden ab.

An die Südwestseite schließen sich Sakristei und eine Seitenkapelle an, geeignet zu stiller Selbstbesinnung, und als Verbindung zum Turm die Taufkapelle. Unter der Sakristei befindet sich der Raum für die Heizung und ein Versammlungsraum.

Die Größe der Kirche ist ohne Empore bemessen auf etwa 700 Sitzplätze (gegenüber etwa 400 der alten) und eine noch größere Zahl an Stehplätzen. Bei der größten Länge der Kirche von 41m und der größten Breite 27,70m liegt die Dachfirstlinie 14,50m über Fußbodenhöhe. (Zum Vergleich die Länge der alten Kirche: 36m, Breite 15m). Die Kreuzesspitze des Turmes erhebt sich etwa 43m über dem Bodengelände.

Für die Standsicherheit der Kirche sorgen mächtige Stahlbetonbinder und ein Stahlbetonrost unter der ganzen Kirche. Die Fundamente wie alle Mauern bis Fußbodenhöhe bestehen aus Beton, ferner die aufgehende Vorder- und Rückwand, während die Seitenwände in Klinker ausgeführt sind. Im Innenraum sind alle Betonwände mit Klinkern und Platten verkleidet, um einen günstigeren Kälte- und Wärmeausgleich und bessere Akustik zu erreichen“.