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Der Glockenturm

Kirchturm der Kirche Hl. Rosenkranzkönigin Merchweiler. Man sieht den oberen Teil mit der Uhr und dem Kreuz.

„Der Kirchenbau des letzten Jahrzehnts ist gekennzeichnet durch eine lebendige Auseinandersetzung mit neuzeitlichen Gestaltungsprinzipien und Konstruktionsmöglichkeiten sowie liturgischen Gesichtspunkten. Hieraus erklärt sich die tiefgehende Wandlung und die breite Vielfältigkeit im Kirchbau. Diese Entwicklung und Auseinandersetzung prägt sich natürlich in besonderem Maße auch in der Anlage und Gestaltung des Kirchturmes aus.

Der Kirchturm ist der nach oben weisende Finger der Kirche. Inmitten der menschlichen Siedlungen und Arbeitsstätten weist er mahnend hinauf und gleichzeitig auf die Kirche als das Haus Gottes unter den Menschen. Neben diesem liturgischen Sinn erfüllt der Turm die nicht minder wichtige Aufgabe, Träger für das Geläute zu sein. Ist der Turm selbst der mahnende Finger, sind die Glocken die auch in unserer vom Lärm erfüllten Zeit unüberhörbaren Stimmen, die den Aufruf zu Gott hineintragen in Straßen und Häuser.

Diesen verschiedenen Aufgaben gerecht zu werden, wurde bei der Gestaltung unseres Turmes versucht. Seine Lage in der Verlängerung des Seitenschiffes zur Kirchenstraße hin bestimmte das Grundmaß des Turmes. Eine harmonische Verbindung mit der Kirche wurde durch die Taufkapelle hergestellt, andererseits verlangte sie auch die Vorziehung des Turmes in Straßennähe. Die Ortslage und das Ortsbild waren wesentlich mitbestimmend für seine Höhe. Mit seiner Höhe von 43m bis zur Kreuzesspitze überragt er wie der frühere Turm die Scheitelhöhe von Merchweiler und weist den Anreisenden sowohl von Heiligenwald wie von Illingen oder Quierschied her den Weg zur Kirche hin. Kleine Öffnungen an den Seitenflächen, schmale, breite Fensterschlitze an der Vorderseite und vor allem zahlreiche wohlgegliederte Schallöffnungen im oberen Bereich des Turmes geben dem wuchtigen Äußeren eine wohltuende Auflockerung.

Eine mächtige geschlossene Glockenstube von 9m Höhe gibt den Glocken einen großen Resonanzraum und sichert Fülle und Hörweite des Geläutes. Die Erfahrung, dass freihängende Glocken oder ein Geläute ohne genügenden Resonanzraum grell, scharf und aufdringlich klingen. Dies zu vermeiden und einen wohltuenden Glockenklang zu erwirken, war mitbestimmend für die Gestaltung des Turmes, vor allem des oberen Teiles mit der Glockenstube“.